Harte Landung für den SC Sand

Nachdem der SC Sand-Tross am Freitagnachmittag nach anstrengenden achteinhalb Stunden Busfahrt endlich in Gütersloh angekommen war, ahnte noch niemand aufseiten der Gäste, dass dies noch der angenehmere Teil des Wochenendes gewesen sein sollte. Was sich nämlich einen Tag später in der Tönnies-Arena zutrug, war in dieser Deutlichkeit so nicht zu erwarten. Mit 5:1 besiegte der heimische FSV Gütersloh den SC Sand zum im Auftaktspiel der 2. Frauenbundesliga und im Beisein der Meisterschale, was die Ortenauerinnen mit voller Wucht traf. Bereits nach sechs Spielminuten stellten die Gastgeberinnen die Weichen auf Sieg und führten zu diesem Zeitpunkt 2:0. Paula Reimann hieß die Doppeltorschützin, die bei ihrem ersten Treffer eine Flanke sehenswert mit der Brust stoppte und direkt in den oberen Torwinkel verwandelte (4.), ehe sie kurz darauf nach einem Eckball per Kopf zur Stelle war und mit einem Aufsetzer ins lange Eck den SC Sand ziemlich bedröppelt dreinschauen ließ. Doch trotz dieses Rückstandes gab sich der Bundesligaabsteiger aus dem Hanauerland nicht auf und setzte seine Angriffsbemühungen unbeirrt fort. Bereits in der 14. Spielminute zahlte sich dies aus, indem Kapitänin Emily Evels auf die schnelle Michelle Klostermann passte, die ihren Sololauf mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:1-Anschlusstreffer krönte. Danach begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, Torrumszenen blieben allerdings in der Folge Mangelware. Dies änderte sich allerdings in Durchgang zwei schlagartig. Insgesamt eine Stunde reichte es für den SC Sand, mit den Gastgeberinnen mitzuhalten, ehe diese einen Gang hochschaltete und die Elf von Trainer Alexander Fischinger nicht mehr folgen konnte. Ein Foul von Tabea Griß an Ronja Leubner im eigenen Strafraum läutete die Niederlage ein. Leonie Kreil, in den vergangenen beiden Spielzeiten noch im Trikot des SC Sand unterwegs, vollendete sicher zum 3:1. Das 4:1 und 5:1 in der Schlussviertelstunde waren sicherlich zu viel des Guten, an der Berechtigung des Gütersloher Sieges wollte aber auf Seiten der Gäste niemand einen Zweifel erheben. Jetzt gilt es, diesen Auftakt als Schuss vor den Bug anzusehen, auf der anderen Seite aber auch nicht die Pferde vorzeitig scheu zu machen. Das Trainerteam um Alexander Fischinger musste den Abgang von nahezu des gesamten Kaders verkraften und eine neue Mannschaft formen. Der Auftritt in Gütersloh gab in dieser Richtung zahlreiche wichtige Erkenntnisse, die es nun umzusetzen gilt. Dazu stehen nun zwei Wochen zur Verfügung, bis es nach der Länderspielpause im DFB-Pokal in der Domstadt gegen Fortuna Köln weitergeht. Eine Woche später, am 18. September, empfängt der SC Sand dann um 11 Uhr Turbine Potsdam II zum ersten Heimspiel in der ADAMS Arena. FSV Gütersloh: Rolle – Leubner (72. Pagel), Höfker, Wahle, Deppe – Kreil (83. Zitzer), Tellenbröker, Gomulka (46. Baumgärtel), Aradini – Strothmann (46.Baum), Reimann (63. Tayeh). SC Sand: Schuldt – Reisch, Bohnen, Perl (69. Walaschewski), Braun (46. Stulin) – Evels, Griß (81. Schneider), Kuru (81. Bissey), König, Klostermann – McGovern (81. Ivanova). Schiedsrichterin: Lara Wolf (Wilhelmshaven) – Zuschauer: 220 – Tore: 1:0 Reimann (4.), 2:0 Reimann (6.), 2:1 Klostermann (14.), 3:1 Kreil (63., FE), 4:1 Baumgärtel (76.), 5:1 Baum (83.).