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„Die Überzeugung muss man haben“: Fabian Wiederstein freut sich über 16:0-Punkte-Serie der HSG Konstanz

Von Andreas Joas Mit acht Siegen in Folge, auf Platz eins der 3. Liga Süd und nun drei Punkten Vorsprung vor Verfolger Heilbronn geht die HSG Konstanz in ein spielfreies Wochenende – mit 20:4 Punkten nach 4:4 zum Saisonstart. Überragender Mann beim letzten furiosen 35:26-Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen war Fabian Wiederstein mit acht Toren und zwei herausgeholten Siebenmetern.

Fabian Wiederstein, 23-jähriger Kreisläufer mit Gardemaß (1,94 Meter, 106 Kilogramm), wechselte im Sommer vom HBW Balingen-Weilstetten, wo er auch einige Male in der ersten Bundesliga zum Einsatz kam, zur HSG Konstanz. Am Bodensee wird der in Esslingen geborene Junioren-Europameister von 2014 an der mit der HSG kooperierenden Fachhochschule HTWG nach Abschluss seiner Bachelor-Arbeit ein Masterstudium in Wirtschaftsingenieurwesen aufnehmen. Mit 46 Toren in elf Begegnungen ist er zweitbester HSG-Torschütze und der derzeit erfolgreichste Kreisläufer der 3. Liga Süd.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas blickt er auf die Serie der HSG, das Erfolgsgeheimnis, zieht nach mehr als einem Dritte der Saison ein Fazit und erklärt seine eigene überragende Form.Beide Trainer sprachen nach dem 35:26-Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen II von der stärksten Leistung in den letzten Jahren. Du bist seit Sommer bei der HSG: Die beste Saisonleistung?

Ja. In Heilbronn und in Kornwestheim haben wir schon sehr gut gespielt, doch bei den Rhein-Neckar Löwen konnten wir mit einer sehr geringen Fehlerzahl überzeugen und sehr zufrieden sein.  Wir freuen uns über das super Spiel.

Was hat diesen hohen Sieg ermöglicht?

Grundstein war wie immer die Abwehr- und Torwartleistung im Verbund. Im Angriff haben wir sehr konsequent gespielt, ohne technische Fehler und mit einer guten Wurfausbeute.Nach dem Spiel gegen Pfullingen und 4:4 Punkten: Hättest Du diese Serie mit acht Erfolgen hintereinander bis auf 20:4 Punkte zu diesem Zeitpunkt für möglich gehalten?Auf jeden Fall. Ich habe weiter daran geglaubt, weil ich auch dort von unserem Kader und unseren Spielern überzeugt war. Wir haben es mit harter Arbeit selbst geschafft, uns zu belohnen. Das ist toll und nicht selbstverständlich. Aber ich habe es auch damals für realistisch gehalten.

Worin liegt der Schlüssel für diese beeindruckende Serie?

Der Sieg in Kornwestheim war für mich ein Knackpunkt für die letzten Wochen. Wir haben an Sicherheit, Selbstbewusstsein und Lockerheit gewonnen. Dazu kam das Verständnis auf das Siegen. Das kommt nicht von heute auf morgen, sondern nur durch Erfolge. Wir haben viele Siege durch gute Leistungen erreicht, es aber auch wieder geschafft, an einem schlechten Tag Spiele für uns zu entscheiden. Das macht es aus. Das ist auch eine Mentalitätssache. Wenn man merkt es läuft nicht – und das passiert jeder Mannschaft – muss der Glaube, dass man die Partie dennoch für sich entscheiden kann und will, da sein. Diese Überzeugung muss man haben. Ein Spiel wie gegen Baden-Baden hätten wir zu Saisonbeginn vielleicht noch verloren.

Acht Tore gingen zuletzt auf Dein Konto, beide Trainer hoben Dich besonders hervor und mit 46 Treffern bist Du zweitbester HSG-Torschütze und derzeit erfolgreichster Kreisläufer der 3. Liga. Woher kommt das? Ich bin sehr zufrieden, wie es läuft. Von den Mannschaftskameraden werde ich toll in Szene gesetzt. Mit guten Anspielen ist es dann leicht für mich. Das Vertrauen des Rückraums an den Kreis ist da. Ich hoffe, es geht so weiter.

Mit drei Punkten Vorsprung und der Tabellenführung steht nun ein spielfreies Wochenende bevor.Das ist eine tolle Ausgangsposition – die wir uns hart erarbeitet haben. Wir dürfen aber nicht nachlassen, das ist nur eine Momentaufnahme. Wir werden weiter Gas im Training geben und uns konzentriert auf die nächsten Spiele vorbereiten.

Freut man sich, mit diesem Lauf, überhaupt über die Unterbrechung des Rhythmus? Ich habe mich schon darüber gefreut, denn die letzten Wochen waren sehr anstrengend. Ein paar Tage Ruhe und Regeneration tut uns allen gut. Ich bin daher ganz froh über eine kurze Erholungspause.

Mehr als ein Drittel der Saison ist gespielt. Wie fällt Dein Fazit aus?

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Wir haben unsere Punkte geholt und gute Spiele gemacht. Die Anfangsschwierigkeiten haben wir zum Glück abgelegt, doch in ein paar Dingen sehe ich noch großes Potenzial bei uns. Wir arbeiten daran, noch besser zu werden. Wir werden uns nicht in Zufriedenheit üben, denn wir wissen wie stark die 3. Liga Süd ist. Hier musst du immer auf der Hut sein.

Was zeichnet die HSG Konstanz im Moment aus?

Wir verstehen uns im Team sehr gut, die Stimmung ist super – und sie wird natürlich von Sieg zu Sieg noch besser. Jeder bringt seine Stärken ein, jeder hat hohe individuelle Qualität und jeder trägt damit seinen Teil bei, dass es zusammen als Kollektiv funktioniert. Wir haben viel analysiert und gesprochen – und vor allem den Glauben nicht verloren. Das Spiel gegen Pfullingen war unglücklich, da kam viel zusammen. Trotzdem ist danach nicht die große Krise ausgebrochen, sondern wir haben Ruhe bewahrt. In der Vorbereitung ist schon deutlich geworden, dass unser Konzept gut ist. Ein paar Dinge mussten verändert werden und von Sieg zu Sieg sind wir näher zusammengerückt und besser geworden.

Wohin soll es bis Weihnachten nach zuletzt 16:0 Punkten noch gehen? Oberstes Ziel ist die Serie auszubauen und so lange wie möglich zu halten. Wir dürfen jedoch nicht den Fehler machen, zu sehr auf die Tabelle zu sehen. Auf uns konzentrieren, Leistung bringen, gut trainieren und alles geben, das ist wichtig. Wenn wir auf uns und unsere Stärken sehen, können wir am Ende gespannt sein, was dabei herausspringt.

Wie sind Deine ersten Eindrücke nach ein paar Monaten in Konstanz? Ich bin wirklich sehr zufrieden. Ich habe mich gut eingelebt, meine Freundin auch. Das ist wichtig. (lacht) Vom Team und den Fans bin ich absolut begeistert und ich fühle mich sehr wohl. Gerade so etwas wie den Support in Kornwestheim und Heilbronn habe ich in meiner handballerischen Laufbahn noch nicht erlebt. Ich habe ein sehr gutes Gefühl und freue mich auf die gemeinsame Zeit.

Text : HSG Foto : Michael Elser

 

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